Podologie

Die Berufsfachschule für Podologie

Im Oktober 2024 startet am Evangelischen Ausbildungszentrum in Lilienthal, innerhalb der neu gegründeten Berufsfachschule für Podologie, die Ausbildung zum examinierten Podologen bzw. zur examinierten Podologin.

Podologen*innen führen anspruchsvolle medizinische Behandlungs- und Pflegemaßnahmen an den Füßen durch. Sie sind Expertinnen und Experten für alle Problemstellungen rund um den Fuß, bzw. auf dem Gebiet der medizinischen Fußbehandlung.

Die Podologie wird als „nichtärztliche Heilkunde am Fuß“ oder auch medizinische Fußpflege bezeichnet. In der Podologischen Praxis werden beispielsweise durch Diabetes, Rheuma oder Gefäßerkrankungen bedrohte oder erkrankte Füße medizinisch behandelt aber auch Möglichkeiten angeboten, um präventiv Beschwerden vorzubeugen. Zunehmend stehen auch die Füße von Kindern und Jugendlichen im Fokus der Podologie. Gerade im heranwachsenden Alter wird die adäquate Behandlung von Haut und besonders der Nägel eher vernachlässigt, was nicht selten weitreichende Komplikationen nach sich ziehen kann.


Aufgabenbereiche

Zu den Aufgaben eines Podologen/einer Podologin gehören:

  • Anamnese und podologische Befunderstellung
  • Biomechanische Untersuchung
  • Erstellen eines Behandlungsplans und Aufklärung über das Behandlungsziel
  • Spezielle Behandlungsmaßnahmen bei Nagelveränderungen
  • Behandlung eingerollter und eingewachsener Nägel
  • Unterstützung von Mykosetherapien und weiterer Form-, Farb- und Strukturveränderungen der Nägel
  • Unterschiedliche Orthonyxiespangen-Therapien (Nagelkorrekturspangen)
  • Nagelprothetik (künstlicher Nagelersatz)
  • Spezielle Behandlungsmaßnahmen bei Hautveränderungen
  • Hyperkeratosebehandlungen (Abtragen übermäßiger Hornhaut und Schwielen) Behandlung von Clavi (Hühneraugen) und Verrucae (Warzen) sowie die Behandlung von Rhagaden
  • Maßnahmen zum Druck- und Reibungsschutz
  • Orthosentechnik (Anfertigen von langlebigen Druckentlastungen)
  • Spezielle Verbandstechniken und Entlastungen (Taping, Kompression)
  • Fuß- und Unterschenkel-Massage als therapeutische Maßnahme
  • Mobilisierungsübungen und Fußgymnastik bei Fehlstellungen und Deformitäten
  • Allgemeine und individuelle Patientenberatung und Anleitung zu vorbeugenden Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Füße
  • Dokumentation (Karteikarte, interdisziplinäre Zuweisung – Bericht)
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen (Ärzte, Orthopädieschuhtechnikern, Physiotherapeuten, Wundzentren und weiteren externen Versorgern)
  • Erhaltung der Mobilität und Lebensqualität von Menschen jeglichen Alters


Im Gegensatz zur kosmetischen Fußpflege, die als freier Beruf ohne gesetzlich geregelte Vorgaben für die Ausbildung bezeichnet werden kann, ist die Ausbildung zum Podologen, zur Podologin durch das im Jahr 2002 in Kraft gesetzte Podologengesetz und die damit verbundene Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ein neuer staatlich anerkannter medizinischer Gesundheitsfachberuf.


Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt bei uns im Teilzeit-Model über drei Jahre und ist so auch berufsbegleitend möglich.


Gliederung der Ausbildung

Die Ausbildung zum Podologen bzw. zur Podologin teilt sich in Theorie- und Praxisphasen auf, und schließt mit einem Staatsexamen ab. Die Examina werden in schriftlicher Form, praktisch sowie mündlich abgenommen.

Neben den Fächern Chemie, Physik, Anatomie, Hygiene, allgemeine und spezielle Krankheitslehre (innere Medizin, Orthopädie, Dermatologie, Chirurgie) und Physiologie werden Prävention und Rehabilitation, Arzneimittellehre, Material und Warenkunde sowie Spezialtechniken unterrichtet.

Die Gesamtstundenzahl beträgt mindestens 2.000 Stunden. Nach Vorgaben der niedersächsischen Landesschulbehörde unterrichten wir an unserer Schule jedoch nicht mehr nach der herkömmlichen Fächersystematik. Die einzelnen Fächer sind in Lernfelder aufgeteilt, aus denen wir Lernsituationen bzw. Fallbeispiele entwickelt haben. So werden unsere Teilnehmer bereits vom Anfang der Ausbildung an -auch in der Theorie- direkt in reale Fälle eingebunden, aus denen sich jeweils Handlungskompetenzen ergeben und ausgebildet werden. 

Die praktische Ausbildung gliedert sich in zwei Bereiche auf. Im Rahmen der schulischen Ausbildung findet fachpraktischer Unterricht in der schuleigenen Lehrpraxis mit realen Patienten statt. Die eigentliche praktische Ausbildung von mindestens 1.000 Stunden findet zu festgelegten Zeiten in podologischen Praxen (mit Kassenzulassung) in Kliniken und Arztpraxen statt.  Im Vordergrund steht jeweils die Ausbildung am Patientenfuß unter medizinischen Gesichtspunkten und daraus resultierender Behandlungsmaßnahmen.


Warum zu uns? Besonderheiten an unserer Schule

Außerhalb der aktuell gültigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung legen wir einen wesentlichen Schwerpunkt auf weitere praxisrelevante Tätigkeitsfelder der Podologie. Hier sind im Besonderen die Betriebswirtschaftslehre, die eigene Burn-out Prophylaxe sowie die Leitung des eigenen Unternehmens des einzelnen Teilnehmers (im Falle einer angestrebten Selbstständigkeit oder einer fachlichen Leitung) zu erwähnen.


Wir schließen eine Versorgungslücke

Mit der Gründung der Fachschule für Podologie am Evangelischen Ausbildungszentrum in Lilienthal schließt sich eine Lücke, um der steigenden Nachfrage nach gut ausgebildeten Podologen*innen auch in Niedersachsen und Bremen gerecht zu werden.

Nicht zuletzt bedingt durch den demografischen Wandel und die steigende Zahl an Diabetes erkrankter Menschen und zunehmender Steigerung allgemeiner Fußbeschwerden von „jung bis alt“ sind die Perspektiven für den Beruf des staatlich anerkannten Podologen, der Podologin besonders attraktiv. Der Beruf kann im Angestelltenverhältnis, oder in der Selbständigkeit mit einer eigenen Praxis ausgeübt werden und bietet so viele Möglichkeiten der beruflichen Ausrichtung und Entfaltung.


Für wen ist unsere Ausbildung interessant?

Die Ausbildung zum examinierten Podologen bzw. zur examinierten Podologin eignet sich auch im Besonderen für Menschen, die bereits im Bereich kosmetischer Fußpflege aktiv sind und die nun den nächsten Karriereschritt machen wollen. 

Die Berufsfachschule für Podologie wird von dem erfahrenen Podologen und Fachdozenten Oliver Müller (Podologe DDG) geleitet. Sein Name steht für eine hohe Expertise auf dem Gebiet der Podologie und für fortschrittliche Ansätze in der Berufsausbildung.

Diese Ausbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen förderungsfähig.
Wir beraten Sie gern.


Weitere Informationen

Sie möchten weitere Informationen über die Möglichkeiten einer Ausbildung an unserer Berufsfachschule für Podologie in Lilienthal erhalten oder ein Beratungsgespräch vereinbaren? Dann Schreiben Sie uns:

ausbildungszentrumedl[bei]no-spamed-lilienthal.de

Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

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